• Der Dividendenjäger

Unilever - Meine neue Cash Cow mit 3,85 % Dividendenrendite


Anstelle einer 1,5 % "garantierten" Rendite aus einer Lebensversicherung, habe ich mich in dieser Woche für ein attraktives Investment in Unilever entschieden. In diesem Monat wächst das Depot in großen Schritten weiter. Nach meinen Nachkäufen in Fuchs Petrolub und 3M kommt noch ein weiterer Kauf in diesem Monat Oktober hinzu.


Unilever - wer kennt diesen Konsumgütergiganten nicht, der für seine schnelllebigen Produkte bekannt ist? Jeder konsumiert und verbraucht im täglichen Alltag Güter wie Axe, Dove, Ben & Jerry's Eiscreme, Hellmann's Mayonnaise, Knorr, Lipton Eistee oder Rexona.

Seit Beginn meines Vermögensaufbaus lag dieses Unternehmen auf meiner Watchlist, doch den Nerv der Zeit hat Unilever bei mir nie wirklich getroffen. Gerade bei Einkommensinvestoren war dieser Wert in den letzten 5 Jahren sehr beliebt. Doch es wurde auch sehr ruhig um Unilever. Ein Grund könnte sein, weil Unilever nicht mehr richtig vom Fleck gekommen ist und auf demselben Niveau steht wie noch 2017. Es gab zwar zwischenzeitlich noch ein neues Hoch im Jahr 2019, doch dann ging der Weg um gut 25 % in Richtung Süden.


Fünfundzwanzig Prozent Abschlag vom letzten Hoch haben mich neugierig gemacht, was zur Folge hatte, dass ich mir die letzten Unternehmensnachrichten genauer angeschaut habe. So stellte ich fest, dass es zwar unter den Anlegern leiser wurde, aber dafür intern im Unternehmen einige Neuausrichtungen gegeben hatte.


Seit fast einem Jahrhundert (2. September 1929) bestand der Konzern aus zwei Teilen. Diese Doppelstruktur Niederlande-Großbritannien wurde aufgelöst und Unilever dadurch endlich vereint. Währenddessen zog Corona über den Kontinent, wo Unilever durch seinen großen Anteil an den Schwellenländern doch sehr getroffen wurde. Zusätzlich drücken aktuell steigende Rohstoffpreise und die aufkommende Inflation erneut auf das Unternehmen.


Fasse ich die Nachrichten der letzten 3 Jahre zusammen, so bekomme ich den Eindruck, dass die derzeitigen Probleme nur vorübergehend sind und Unilever sich selbst wieder auf die Erfolgsspur der vorherigen Jahre bringen kann.


Ein weiterer Faktor ist, dass bei der Betrachtung der Konsumbranche Unilever nicht das einzige Unternehmen ist, welches dem Markt hinterher hinkt. Ein Grund dafür könnte sein, dass durch den fast täglich steigenden IT- und Tech-Sektor horrende Bewertungen zustandekommen und Basiskonsumwerte nicht groß an den Börsen nachgefragt werden. So bleiben Werte wie Church & Dwight, Colgate, Clorox und McCormick einfach hinter anderen Sektoren liegen.


Eine aktuelle und ausführliche Analyse über Unilever gibt es vom Finanzfunk:


Nachdem ich die letzten News von Unilever gelesen habe, komme ich zu der Meinung, dass Unilever sich langfristig selbst wieder stark ausrichten kann und an die Erfolge der letzten 92 Jahre anknüpfen wird. Solche langweiligen Investments wie Unilever leben vom Einstieg und von der Dividende, darum habe ich mir im nächsten Schritt die Bewertungen angesehen. Hier stellte ich fest, dass Unilever nun in eine Bewertung hineingekommen ist, die ein Investment sehr lukrativ erscheinen lässt.


Gewinn- und CashFlow-Entwicklung von Unilever

Ein Blick in den Rückspiegel der letzten 19 Jahre zeigt, dass die Gewinne kontinuierlich von links unten nach rechts oben wanderten. In diesem Betrachtungszeitraum stiegen die Gewinne jährlich im Schnitt um 10 % (0,64 GBP-1,82 GBP). Betrachtet man dagegen nur die letzten 5 Jahre, so sieht man hier eine klare Abflachung der Gewinne. So wurden diese nur noch um 5 % jährlich (1,49 GBP-1,82 GBP) gesteigert.


Da ich kein Experte für die Berechnung von zukünftigen Zahlen bin, muss ich mich auf die Schätzungen der Analysten verlassen. Und diese sehen hier eine bessere Zukunft mit wieder steigenden Gewinnaussichten. So wird für das Jahr 2024 ein Gewinn von 2,50 GBP pro Aktie erwartet, was eine Steigerung um 37 % bedeutet - oder 12 % im Jahr.


Die Umsatzentwicklung von Unilever

Wie hier aus der Grafik vom Aktienfinder.net zu sehen ist, sind die Umsätze seit dem Jahr 2016 klar ins Stocken geraten. Betrachtet man die letzten 5 Jahre, so sind die Umsätze von 43,2 Mrd. GBP auf gerade einmal 44,9 Mrd. GBP (+ 4 %) gestiegen.

Doch der Blick auf die nächsten Jahre soll wieder mehr Hoffnung auf Wachstum machen.


Für das Jahr 2024 wird ein Umsatz von 48,2 Mrd. GBP (+ 7,3 %) erwartet.

Nun muss sich zeigen, ob dies auch gelingt.


Umsatzentwicklung von Unilever nach Ländern und Regionen

Diese Grafik zeigt die Umsatzentwicklung der letzten 10 Jahre. Aufgeteilt nach Regionen sieht es wie folgt aus:


  • Asien/Afrika, Ost-Europa 16,4 Mrd.

  • USA 8,3 Mrd.

  • Europa 7,8 Mrd.

  • Südamerika 5,9 Mrd.

  • Indien 4,4 Mrd.

  • Gesamtumsatz 2020: 42,8 Mrd.

  • Umsatz erwartet 2024: 48,2 Mrd. (+ 12,6 %)

Bewertungskennzahlen (KGV der letzen 10 Jahre)

Das bereinigte KGV (P/E Ratio) beträgt beim aktuellen Kurs 18,4 und liegt damit deutlich unter dem Schnitt der letzten Jahre von 20,4. Da ich die Aktie von Unilever in den vergangenen Jahren bei einem KGV von über 20 uninteressant fand und die hohen Bewertungen etwas abgenommen haben, spielt mir dies jetzt ein wenig in die Karten.


Die Dividendenentwicklung der letzten Jahre

Die größte Entscheidungskraft über einen Kauf von Unilever liegt hier klar bei der Dividende. Aktuell gibt es eine Rendite von rund 3,85 %. Betrachte ich wieder die letzten Jahre, so liegt Unilever auf einem Niveau wie zuletzt im Corona-Tief oder in den Jahren 2012 und 2014. Über 4 % Dividendenrendite gab es zuletzt in den Jahren der Finanzkrise, doch dahin sehe ich die Dividendenrendite von Unilever nicht zusteuern.


Unilever hat bereits im Jahr 1937 die Zahlung einer Dividende an seine Aktionäre aufgenommen. Aufgrund von Wechselkursschwankungen gehört Unilever nicht zu den Dividendenaristokraten, in Euro gemessen jedoch schon. Unilever zahlt seine Dividende quartalsweise, auf Jahressicht wären dies 1,77 €. Die Dividendensteigerungen der letzten 10 bzw. 5 Jahre lag zwischen 7,2 % und 8,2 %.

Die Ausschüttungsquote auf den Free Cash Flow beträgt 57,8 %. Daher sehe ich für die nächsten Jahre noch viel Steigerung, was die Dividende betrifft. Um nicht zu sehr euphorisch zu sein, rechne ich langfristig nur noch mit 5 % Dividendenwachstum - was für mich immer noch ausgezeichnet wäre.


Entwicklung des fairen Wertes von Unilever

Dieser Chart, den ich aus dem Aktienfinder.net erhalten habe, zeigt, dass der aktuelle Kurs von Unilever (schwarze Linie) immer wieder vom bereinigten Wert davon läuft und wieder zurückkommt. Zudem sieht man auch schön, dass sich der bereinigte Fair Value (orange Linie) auch immer weiter nach oben schraubt. Doch nun liegt der Kurs wieder unterhalb des bereinigten Fair Value, was mich hoffen lässt, Unilever zu einem fairen Preis gekauft zu haben. Da ich in den letzten Jahren immer einen Einstieg als zu ungünstig betrachtet habe, könnte sich nun eine tolle Gelegenheit ergeben haben.


Da ich die Zukunft leider nicht kenne, kann ich nur die Schätzungen der Analysten übernehmen. Diese sehen bis zum Ende des Jahres 2024 ein Kurspotential von gut 33 %. Dies würde einer jährlichen Rendite von 11 % entsprechen. Sollte Unilever seine Dividenden weiter steigern, könnte hier bis ins Jahr 2024 sogar eine Rendite von 40,7 % möglich sein.


Mein Nachkauf:

Unilever - Meine neue Cash Cow mit 3,85 % Dividendenrendite! Wenn ich ehrlich bin, bin ich kein großer Konsument von Unilever-Produkten. Doch auch ich habe einige zu Hause stehen, denn gegessen, getrunken und geputzt wird ja bekanntlich immer. Auch einem Unilever-Kauf bin ich seit meinen Anfangsjahren aus dem Weg gegangen. Entweder waren mir die Bewertungen immer zu hoch oder ich fand einen anderen Grund, hier nicht investieren zu müssen. Da ich nun Geld aus einer Lebensversicherung erhalten habe, stellte ich mir die Frage: "Wo bringe ich das Geld am besten unter?" Der Vorteil meiner Aktien-Watchlist kam mir hier zugute, wo Unilever seit 5 Jahren eine Position eingenommen hat. Ausschlaggebend für eine Investition waren für mich ganz klar die gut 4 % Dividendenrendite. Denn als Einkommensinvestor erfreue ich mich am meisten, wenn es in der eigenen Kasse klingelt. Unilever ist bekanntlich keine Kursrakete, doch vom Aktienkurs erwarte ich hier eine Erholung in den nächsten Jahren. Zudem sehe ich die Dividendenzahlungen von Unilever wie eine Anleihe mit einer ausgezeichneten Verzinsung.


Klar ist mir auch, dass die aktuelle Situation, in der sich Unilever gerade befindet (steigende Rohstoffpreise und die aufkommende Inflation, Währungsrisiko, anhaltende Corona-Situation in den Schwellenländern), keine einfache ist. Doch wenn ich die Geschichte von Unilever in den letzten 92 Jahre betrachte, dann überstand das Unternehmen auch schon andere wirtschaftliche Hürden. Von den fundamentalen Zahlen her sehe ich keine Gefahr aufkommen, denn Unilever steht auf gesunden Beinen. Der aktuelle Preisnachlass scheint für mich daher in Ordnung zu sein, so dass ich die aktuelle Schwäche im Kurs und die überdurchschnittliche Dividendenrendite von 3,85 % gerne annehme und eine Investition getätigt habe.


Daher habe ich bei Unilever 220 Aktien zu einem Kurs von 45,23 € gekauft. Inklusive Gebühren komme ich auf eine Investitionssumme von 9.985 €.


Die persönliche Dividendenrendite liegt bei 3,88 %. So erhalte ich eine jährliche Dividende im Wert von 388 €.


Durch die hohe Investitionssumme schiebt sich Unilever von der Positionsgröße her gleich hinter Microsoft auf Platz zwei. Der Depotanteil von Unilever liegt bei 6,5 %.


Unilever ist nun mein 30. Unternehmen im Portfolio.


Meine Käufe für den Monat Oktober sollten damit abgeschlossen sein ;-)


LG Falk



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