• Der Dividendenjäger

SAP - Ich habe jetzt 10.000 € investiert - Ein erneuter Abschlag von 10 % macht SAP noch attraktiver


Einleitung

In meinem Artikel Warum der Besitz von SAP so wichtig für mich ist, der am 8. Juni 2022 veröffentlicht wurde, erklärte ich, warum die Gewinne von SAP vorerst auf der Strecke bleiben werden. Trotzdem war ich bereit die Aktien nachzukaufen, anstatt auf einen sichereren Einstiegszeitpunkt zu warten. Nun gibt es erneut einen Abschlag von 10 % den ich ausgenutzt habe, um meine Position auf 10.000 € zu bringen.


Die Finanzmärkte haben in diesem Jahr Perioden von hoher Volatilität, die von verschiedenen Parametern rund um unsere Weltwirtschaft angetrieben werden.


Als Käufer von passivem Einkommen brauche ich nicht versuchen, den Markt zeitlich zu planen, um irgendwo einen Boden zu finden. Mein Ansatz beinhaltet auch nicht, Aktiencharts auf mehreren Bildschirmen anzustarren und Stop-Loss- oder Stop-Limit-Orders festzulegen, um mich durch die Handelszyklen zu navigieren. Stattdessen verfolge ich eine wiederholbare und zuverlässigere Methode, um meine Renditen durch Dividenden zu steigern, die von hochwertigen Unternehmen wie SAP gezahlt werden. SAP zählt aktuell nicht zu den coolsten Kindern aus der Nachbarschaft, doch in meinem Portfolio machen sich die Aktien von diesem Unternehmen gut. Manche Dividendenaktien sind wie Volvos in unserer Investmentwelt. Sie sind auf den ersten Blick nicht schick, aber sie haben viel zu bieten, wenn man tiefer unter die Haube schaut.


Unter der Haube

SAP ist eines der ältesten Unternehmen der Welt, das Unternehmenssoftware für die Verwaltung von Geschäftsabläufen und Kundenbeziehungen entwickelt, und Europas größtes Technologieunternehmen. Die SAP-Software wird von 92 % der Fortune 500-Unternehmen verwendet, von Automobilherstellern wie BMW bis hin zu Verteidigungsunternehmen wie Lockheed Martin.

  • SAP-Kunden generieren 87 % des weltweiten Handelsvolumens (46 Billionen $)

  • 97 der 100 grünsten Unternehmen sind SAP-Kunden

  • 85 der 100 größten Unternehmen sind S/4HANA-Kunden

Die letzten Quartalserklärungen am 21. Juli 2022 überzeugten mich wieder enorm. Das Unternehmen verzeichnete ein Umsatzwachstum von 13 % (7,52 Mrd. €) gegenüber dem Vorjahr (YoY). Ausschlaggebend waren die erheblichen Umsatzbeschleunigungen im Cloud-Geschäft. Hier gab es eine Steigerung von 34 %, wobei der Umsatz von S/4HANA um 100 % und der S/4HANA-Cloud-Backlog mit 87 % noch schneller wuchs. Aus dem neuesten Bericht von SAP geht auch hervor, dass die Gesamtzahl der S/4HANA-Kunden von 20.000 überschritten wurde, was einem Anstieg von mehr als 15 % gegenüber dem Vorjahr entspricht.


ERP-Marktübersicht

Enterprise-Resource-Planning bezeichnet die unternehmerische Aufgabe, Personal und Ressourcen wie Kapital, Betriebsmittel, Material sowie Informations- und Kommunikationstechnik im Sinne des Unternehmenszwecks rechtzeitig und bedarfsgerecht zu planen, zu steuern und zu verwalten. Die Größe des ERP-Marktes wurde im Jahr 2021 auf 54,77 Milliarden Dollar geschätzt und gewinnt aufgrund der Zunahme von Big Data und der wachsenden Vorteile der Cloud-Technologie immer weiter an Zugkraft. Es wird erwartet, dass der Markt für ERP-Software bis zum Jahr 2030 jährlich um 9,4 % wachsen und einen Wert von 123 Milliarden Dollar erzielen würde.


SAP vs. Oracle

Immer wieder wird der Vergleich zwischen SAP und Oracle gezogen. Während SAP derzeitig Gesamtführer auf dem ERP-Markt ist, ist Oracle führend auf dem ERP-Cloud-Markt. Dies spiegelt die Überzeugung wider, dass SAP Oracle bei On-Premise-Lösungen übertrifft, Oracle aber wieder SAP in der Cloud übertrifft. Dies könnte sich aber auch wieder ändern, wenn SAP weiterhin so erfolgreich seine Kunden in die Cloud einbinden kann. SAP ist eine etablierte, anerkannte und effizient verwaltete Organisation, dessen Marke und Qualitätsprodukte der große Unterschied für viele Unternehmen ist.


Täglich arbeiten 32.945 Mitarbeiter (29,8 % der Belegschaft) an über 100 Entwicklungsstandorten weltweit in der F&E für SAP. Das ist für Wettbewerber schwer zu erreichen und zu kopieren. Dies überzeugt mich weiterhin, dass die Strategie von SAP in einem immer schwieriger werdenden externen Umfeld Anklang findet. SAP lieferte weiterhin ein starkes Topline-Wachstum, übertraf die Umsatzerwartungen und steigerte zudem die Cloud-Rentabilität.


Bewertungskennzahlen (KGV der letzen 10 Jahre)

Während bei vielen Tech-Unternehmen die Bewertungen noch hoch sind, bietet mir SAP genau wie im Juni ein KGV unter dem Durchschnitt (KGV von 19) der letzten 10 Jahre an. Genauer gesagt liegt das aktuelle KGV bei 15,2. Ein Kurs-Gewinn-Verhältnis unterhalb von 15 ist im Rückspiegel eher eine Seltenheit und gab es nur in den Jahren 2001, 2008, 2015 und in der Corona-Krise 2021. Ob es erneut zu Bewertungen unterhalb von 15 kommen wird, weiß ich nicht. Aber zweimal in einem Jahr die Gelegenheit zum Nachkaufen zu bekommen, könnte eine große Chance sein in diesem globalem Marktumfeld.


Bewertungskennzahlen (KUV der letzen 10 Jahre)

Ein ähnliches Bild präsentiert mir das Kurs-Umsatz-Verhältnis. Dank der wiederkehrenden und starken Umsätze von SAP und den Kursverlusten der letzten Monate liegt das aktuelle KUV bei 3,4, was dem Niveau von 2015 entspricht. Betrachtet man den Durchschnitt der letzten 10 Jahre, so musste oft ein KUV von 4,39 für die Aktien von SAP bezahlt werden.


Die Dividendenentwicklung der letzten Jahre

SAP zahlt an seine Aktionäre seit 28 Jahren ohne Unterbrechung eine Dividende aus.

Davon sind die Dividenden nun 12 Jahre am Stück gesteigert worden und der Durchschnitt der Steigerungen betrug dabei 11 %. Der Mittelwert der Dividendenrendite der letzten 10 Jahre lag dabei bei 1,55 %. Auch wenn es in diesem Jahr eine Sonderdividende zum 50. Geburtstag gegeben hat, so darf man die Dividendenrendite von 2,9 % nicht überbewerten. Lieber schaue ich auf die feste Dividende, die eine Rendite von 2,3 % aufzeigt und mir somit - wie schon im Juni - eine Kaufgelegenheit bietet.


Entwicklung des fairen Wertes von SAP

Wie ich oben eingangs geschrieben habe, überführt SAP seine Geschäfte erfolgreich in die Cloud. Sollte dies weiterhin so gut gelingen, dann könnte es zu starkem Wachstum mit verbesserter Rentabilität kommen. Bis die Transformation beendet ist, kommt es in der Zwischenzeit zu höheren Kosten in F&E, geringeren Margen und geringerem Gewinnwachstum. Daher bin ich der Meinung, dass der Markt in Bezug auf den aktuellen Wert von SAP nicht falsch liegt. Die Bewertung zeigt, dass das Unternehmen mit dem inhärenten Wert handelt. Dennoch sehe ich, dass SAP den Vorstoß in die Cloud fortsetzt, was die Rentabilität des Unternehmens verbessern und ihm ermöglichen sollte, weiterhin Dienstleistungen zu entwickeln, die die Kapitalrenditen erhöhen. Daher bleibt für mich das einzige Problem des aktuellen Gewinnrückgangs (orange Linie). Dies hat dazu geführt, dass SAP ordentlich an Bewertung eingebüßt, aber auch ein Potenzial von 17 % p.a. bis 2025 für mich als Aktionär übrig hat.


Analysten glauben, dass SAP seine historische Wachstumsrate durch den Umbau in die Cloud auch in naher Zukunft wiedererlangen kann. Sollte dies wirklich eintreten, würde ich voll und ganz am Wachstum teilhaben. Falls dies bis zum Ende des Jahres 2025 geschieht, so hätte meine Investition nach diesem Nachkauf ein Potential von gut 72 %.


Sollte dieser Fall nicht eintreten, beruhigt mich die angenehme Dividendenrendite von 2,6 %.


Mein Nachkauf

SAP ist neben Fuchs Petrolub mein zweites Unternehmen aus Deutschland. Mehr habe ich nicht aus meinem Land im Portfolio und dies wird höchstwahrscheinlich auch für eine längere Zeit so bleiben. Das aktuelle Umfeld an den Börsen - gerade an den heimischen Märkten - gab mir die Möglichkeit, meine bestehenden Positionen entspannt Stück für Stück auszubauen. Für den Aufbau der SAP-Position in 4 Jahren brauchte ich nur 5 Käufe. Nun ist diese Position ebenfalls mit 10.000 € fertig ausgebaut und der Einstandswert (98,80 € je Aktie) konnte dabei immer schön gedrückt werden. Da die Dividendenrendite der letzten 10 Jahre im Durchschnitt bei 1,55 % liegt, bin ich auch mit meiner Ausbeute von 1,98 % mehr als zufrieden.


Ich habe mich in den letzten 4 Jahren stets bemüht 😇, SAP nicht bei einer Überbewertung zu kaufen. Dies unterstützt mich für die Zukunft, entspannt zurück zu lehnen und der Entwicklung und Wandlung im Unternehmen gespannt zusehen zu können.


Nun ist das Kapitel Germany für mich erst einmal abgehakt! So waren zumindest meine letzten Gedanken, da ich jetzt schon meine Ausrichtung für das Jahr 2023 plane.


Aus diesem Grund habe ich mir weitere 26 SAP-Aktien zu einem Kurs von 85,75 € ins Depot gekauft. Inklusive Gebühren komme ich auf eine Investitionssumme von 2.242 €.


Da ich seit April 2017 Aktionär von SAP bin und mit diesem Nachkauf auf insgesamt 101 Aktien komme, lassen sich die jährlichen Dividenden von 199 € im nächsten Jahr gut sehen. Somit liegt auch meine persönliche Dividendenrendite bei 1,98 %.


Durch diesen Nachkauf schiebt sich SAP auf Platz 5 von der Positionsgröße her. Der Depotanteil liegt bei 4,64 %.

Weitere Aktienkäufe sind in diesem Monat September nicht geplant.


Danke, dass Du hier warst und danke fürs Lesen!


LG

Falk





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