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  • AutorenbildDer Dividendenjäger

Neuaufnahme im Depot - Packaging Corp. of America mit 3,5 % Dividendenrendite


Einleitung:

Warum mir das Einkommensziel viel wichtiger ist als mein Depotwert und was dies mit dem Tausch der Unternehmen Intuit/Packaging Corp. of America auf sich hat, möchte ich heute in diesem Artikel wiedergeben.


Hier ein Beispiel anhand des Big Mac's, der in der Zeit von 2000 bis 2022 in den USA im Durchschnitt von 4,21 $ auf 5,94 $ gestiegen ist: Dies entspricht einem Anstieg von 41 % und bedeutet, dass der Wert unseres Euro/Dollars angesichts der täglichen Kosten schnell gesunken ist und auch in Zukunft weiter sinken wird. Nun stellt sich mir die Frage, wie man dieses Problem am besten lösen kann. Immerhin ist eine Million Euro gespeicherter Wert einfach nicht mehr das wert, was es einmal war.


Die Lösung liegt mal wieder im Denkprozess, denn es ist einfacher denn je, ein Einkommen zu erzielen das einem Millionär entspricht, als einfach nur "die eine Million" an Depotwert zu besitzen. Doch wie erreiche ich das Einkommen? Mit der ultrapopulären Auszahlungsregel von 4 %. Denn dann würde ein 1-Million-Euro-Depot jährlich 40.000 Euro an Dividendeneinkommen generieren und somit unser tägliches Leben enorm erleichtern. Daher finde ich, dass Einkommensziele viel nützlicher sind als irgendein Depotwert.

 

Wenn wir ein Depot aufbauen und in den Markt investieren, wird sich unser Portfoliowert verhalten wie ein Kleinkind, das auf ein Trampolin springt. Dabei festzustellen, ob wir unsere Ziele erreicht haben, ist fast unmöglich. Stattdessen brauchen wir/ich Geld, das hereinkommt, um jeden Monat die Rechnungen für eine unbekannte Zeit zu bezahlen.


Damit meine Rechnungen in Zukunft aus dem Einkommen meines Portfolios bezahlt werden können, habe ich mir ein neues Unternehmen ins Portfolio gelegt, welches heute schon 3,5 % an Dividendenertrag bringt und das ich seit November 2022 genau beobachtet habe. Dafür musste - wie im letzten Artikel erwähnt - Intuit mit einer Dividendenrendite von 0,6 % das Depot verlassen.


Die Packaging Corp. of America

Quelle: packagingcorp.com

Die Packaging Corporation of America (PCA) wurde durch die Konsolidierung der Central Fiber Products Company, der American Box Board Company und der Ohio Boxboard Company 1959 gegründet und ist heute der drittgrößte Hersteller von Karton und Wellpappe in den Vereinigten Staaten.


Heute ist PCA ein Full-Service-Anbieter und bietet unzähligen Kunden Wellpappenverpackungen an die nicht nur nachhaltig, sondern auch vielseitig, funktional und kostengünstig sind.


Da jede Branche, jedes Produkt und jede Anwendung einzigartig ist, bietet die Packaging Corp. jedem Unternehmen, Einzelhandel oder Direct-to-Consumer kundenspezifische Wellpappenverpackungslösungen an.


Quelle: packagingcorp.com

Egal ob Lebensmittelverpackungen, Kisten für Obst und Gemüse, Gefahrstoffverpackungen, Klebeband, POP-Display, hochgrafische Verpackungen (Kaffeekapseln), Hohlraumfüllung, Mehrzwecktaschen, Stretchfolie, Eckplatten, Industriehülsen oder Luftpolsterfolie - in jedem Lebensbereich finden wir täglich Wellpappenverpackungen. Auch wenn wir uns beim Auspacken des neuen iPhones oder der NIKE-Schuhe aus einem dieser Packaging Corp. Kartons keine Gedanken über die Verpackung machen, haben wir sie ständig in den Händen und werden mehr gebrandmarkt, als wir denken.

Und genau diese Einfachheit ist es, was mir an diesem Geschäft besonders gefällt.


Entwicklung des Cashflows und der Margen

Auf den ersten Blick scheint die Verpackungsindustrie die Art von standardisiertem Raum zu sein, der zu einem langsamen Wachstum und engen Margen führt. Die Abbildung 1 zeigt jedoch, dass die wirtschaftlichen Gewinne (Cashflow) von PCA, trotz der Einbrüche 2019/2020, in den letzten zehn Jahren jährlich um 8 % gestiegen sind.

Quelle: aktienfinder.net

Auffällig ist der Wendepunkt im Jahr 2013. Nicht nur, dass der Cashflow stärker zu steigen begann, sondern auch, dass die Margen bei PCA konstanter blieben als in den Jahren davor.

Quelle: aktienfinder.net

Ausschlaggebend war der Erwerb des Wettbewerbers Boise für 2,4 Milliarden Dollar. Die Übernahme von Boise half PCA bei der Umsetzung einer Strategie, die im Vergleich zu den größeren Wettbewerbern International Paper und WestRock zu einer überlegenen Rentabilität geführt hat. Durch den Erwerb von Boise änderte sich auch die Strategie von Packaging Corp.

  • Fokus auf kleine Kunden: 75 % der Verkäufe von PCA gehen an regionale und lokale Kunden. Dieser Fokus auf lokale Kunden (18.000) gibt PCA einen breit diversifizierten Kundenstamm. PCA montiert die Verpackung in einem seiner 95 Boxwerke im ganzen Land. Dadurch hat das Unternehmen eine Integrationsrate von etwas über 90 %. Bei den Branchenkollegen liegt diese bei 75 %.

Diese beiden Faktoren halfen PCA, 2018 einen ROIC von 13 % zu erzielen, während International Paper 5 % und WestRock 4 % verdienten. Durch diese Änderung der Strategie schaffte es PCA, die Kosten massiv zu senken und dem Unternehmen mehr Flexibilität zu geben. Der Fokus auf kleine Kunden gibt PCA eine größere Hebelwirkung auf jene und ein geringeres Risiko, dass der Verlust eines einzelnen Abnehmers seinem Geschäft schaden könnte.


Das Unternehmen ist fast vollständig vertikal integriert. Das bedeutet, dass PCA jeden Aspekt des Herstellungsprozesses abwickelt und die Versorgung mit Holz und Zellstoff spart. Das Unternehmen entwirft seine Verpackungen in Firmenbüros/Standorten, produziert die Kartonplatten in einer von sechs Mühlen und montiert sie in einer von 95 Niederlassungen im ganzen Land.


Entwicklung der Umsätze

Quelle: aktienfinder.net

Packaging Corporation of American ist ein profitables Unternehmen, das seit mindestens 2013 marktführende Renditen erzielt. Seit 2012 hat das Unternehmen den Umsatz jährlich um fast 10 % und die Gewinne ebenfalls um nahezu 10 % gesteigert.

Für ein konservatives Unternehmen, das solche Rekordergebnisse in mehreren Jahren in Folge liefert, würde ich sagen, dass der Trend definitiv in die richtige Richtung geht.


Die Dividendenentwicklung der letzten 10 Jahre

Quelle: aktienlinder.net

Nachdem ich von den starken und stabilen Cashflows, Margen, Gewinnen und Umsätzen beeindruckt war, ging mein nächster Blick in die Dividendenpolitik von Packaging Corp.


Ich war überrascht, dass es das Unternehmen auch schaffte - trotz eines erheblichen Dividendenwachstums von 13 % und 12 % auf die 10- und 5-Jahressicht - die Ausschüttungsquote auf beeindruckende 40 % in Bezug auf den Gewinn und 50 % in Bezug auf den Free Cashflow zu senken und zu halten. Dies ist keine Kleinigkeit für ein Unternehmen in diesem Segment, das zuvor 80 % bis 60 % in Bezug auf den Gewinn ausgeschüttet hat.


Ein weiterer Blick ging noch einmal auf das erhebliche Dividendenwachstum. Hier konnte PCA im Durchschnitt der letzten 10 Jahre die Dividende um 13 % steigern, davon 12 % in den letzten 5 Jahren, und im Jahr 2021 sogar um sagenhafte 26 %. Dies entspricht genau dem, was ich als einkommensorientierter Anleger suche und wünsche.


Was meine Entscheidung ebenfalls noch gestärkt hat ist die Betrachtung der 10-jährigen Historie. Denn aktuell befindet sich die Dividendenrendite wieder über dem Schnitt und bringt mit 3,5 % erneut eine Rendite, die es zuletzt in der Zeit von 2018 bis 2020 gab.


Quelle: seekingalpha.com

Einen letzten Bezug auf die Dividende schenke ich den Dividenden-Scores die zeigen, dass die Packaging Corp. of America eine der besten und sichersten Dividendenzahler ihrer Branche ist. Laut der Scorecard von Seeking Alpha schneidet das Unternehmen (im Vergleich zum kompletten Materialsektor) in Bezug auf Sicherheit, Wachstum, Rendite und Konsistenz ausgezeichnet ab.


Bewertungskennzahlen (KGV der letzen 10 Jahre)

Wie der Urvater des Value-Investing Benjamin Graham immer sagte: "Bezahle nicht zu viel für ein Unternehmen! Denn wer sich weigert, für eine Aktie zu viel zu bezahlen, minimiert die Wahrscheinlichkeit, dass der Wohlstand für immer verschwindet oder plötzlich vernichtet wird."

Quelle: aktienfinder.net

Und genau das habe ich hier bei Packaging Corp. of America gefunden. Mit einem KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis) von gerade einmal 13, habe ich in meinen Augen ein schönes Industrie-Unternehmen zu einem fairen Preis gefunden.


Entwicklung des fairen Wertes von PCA

Quelle: Aktienfinder.net

Unterbewertete Unternehmen in diesem Markt sind nicht gerade an jeder Ecke zu finden. Und wenn ein Unternehmen in den letzten 10 Jahren 15 % p.a. an Wertzuwachs aufweisen soll, wird es umso schwieriger. Aber genau diese Eigenschaften hat PCA.


PCA befindet sich wie seine Mitstreiter in einer zyklischen Branche, die sehr von Rohstoffen abhängig ist. Aber die Zahlen der Vergangenheit blieben nichtsdestotrotz äußerst stabil. Auch wenn im Jahr 2019 ein kurzer Einbruch entstanden ist, hat PCA die Pandemie gut gemeistert - und auch die Inflation akzeptabel bewältigt.

In den ersten Phasen des Jahres 2022 meldete das Unternehmen Rekorde bei Umsatzerlösen, EBITDA, dem Betriebsergebnis sowie bei Margen und Gewinnen. Kurz gesagt, das Unternehmen feuerte im Geschäftsjahr 2021 auf alle Zylinder.


Aber bei den neuesten Prognosen für das Geschäftsjahr 2023 soll ein Gewinneinbruch von 11 %-14 % vor der Tür stehen. Ob dies so eintreffen wird, wird sich zeigen. Der Preis (schwarze Linie) ist zumindest weit zurückgelaufen und befindet sich auf der Bewertung des Fair Value (orange Linie) für die Jahre 2023/2024.


Betriebliche Effizienz, Einsparungen und Kostendisziplin haben bei PCA oft überrascht. Daher bleibt PCA in Bezug auf seinen Aktienkurs ein volatiles Geschäft und nicht eines von dem ich glaube, dass es zu irgendeinem Zeitpunkt mit einem Aufschlag gekauft werden sollte. Meine Erwartungen auf kräftige Kursgewinne bleiben erst einmal gedämpft.

Quelle: Aktienfinder.net

Sollte PCA aber wieder einmal alle überraschen, dann könnte der Fair Value Dividende (blaue Line) als Ziel angepeilt werden. Würde dies eintreffen, so hätte meine Investition ein Potential von über 45 % in den nächsten 3 Jahren, was eine Rendite von 14 % p.a. wäre.


Mein Neukauf

Ich arbeite beruflich seit 17 Jahren im Industriesektor und bin selbst in der Papierbranche tätig. Daher passt eine Investition in die PCA genau in mein Verständnis.


Ich bin froh, dass ich die Packaging Corporation of America gefunden habe denn ich glaube, dass sie einen großen Wert für einkommensorientierte Investoren wie mich bietet. Die Besonderheiten sind, dass PCA ein ziemlich einfaches Geschäftsmodell hat, da es Verpackungsmaterialien und Papier herstellt. Das Unternehmen tut dies jedoch sehr effizient und so, dass es überdurchschnittlich wachsen kann. Darüber hinaus generiert das Unternehmen dabei viel freien Cashflow, mit dem es seine Dividende aggressiv erhöht und gleichzeitig die finanzielle Gesundheit genau im Auge behält.

Die aktuelle Dividendenrendite beträgt 3,5 %, die durch die oben genannten Dividendenerhöhungen immer süßer wird und in den kommenden Jahren eine gewinnbringende Rendite liefern sollte.


Durch diese Neuaufnahme konnte ich einen würdigen Ersatz für Intuit finden, der auch im selben Monat seine Dividenden ausschütten wird. Mein jährliches Einkommen wurde damit sofort um 200 € erhöht, wofür Intuit mehr als 20 Jahre gebraucht hätte.


Gekauft wurden 47 Aktien und die Gesamtinvestitionssumme lag inklusive Gebühren bei 6.157 €.


Die persönliche Dividendenrendite liegt nach diesem Kauf bei 3,5 % brutto und die zu erwartenden Bar-Dividenden werden sich für das nächste Jahr auf 215 € belaufen.


Der Depotanteil liegt bei 3 %.

Ein weiterer Aktienkauf ist für diesen Monat Februar nicht geplant.


LG Falk

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