• Der Dividendenjäger

Fuchs Petrolub SE - Meine Öl-Aktie mit 3,9 % Dividendenrendite


Im April habe ich meine Position in das deutsche Unternehmen Fuchs Petrolub weiter ausgebaut. In einem erneut herausforderndem Umfeld hat FUCHS 2021 sein Geschäft erfolgreich abgeschlossen. Es wurde ein Umsatz in Höhe von 2,9 Mrd. EUR erwirtschaftet. Damit konnte nicht nur eine Steigerung von 21 % im Vergleich zum Pandemie beeinträchtigtem Vorjahr erzielt werden, sondern auch ein Plus von 12 % im Vergleich zum Vor-Krisenjahr 2019!


Nachdem ich im Juli und Oktober 2021 meine letzten Nachkäufe bei FUCHS getätigt hatte, war ich eigentlich der Annahme, dass die Korrektur bald enden würde. Doch keine sechs Monate später steht der Schmierstoffspezialist aus Deutschland (Motorenöle, Motorradschmierstoffe, Serviceflüssigkeiten, Fette, Korrosionsschutzmittel, Reiniger und Betontrennmittel) zum zweiten Mal über 10 % tiefer. Bei meinem letzten Nachkauf hatte die Dividendenrendite von FUCHS 3,1 % für mich und meinen Geldbeutel abgeworfen. Nachdem FUCHS im abgelaufenen Monat seine positive Jahresbilanz veröffentlichte, wird der Aktienkurs nun durch weitere Unsicherheiten in Europa und einem starken Ölpreis gedrückt. Für mich war das ein Grund, die Aktie von FUCHS noch einmal genauer anzuschauen und nachzukaufen.


Während altbekannte Öl-Unternehmen wie EXXON MOBILE, SHELL und CHEVRON nach den Corona-Tiefs wieder neue Höhen erreichten, blickt FUCHS nun wortwörtlich "dumm aus der Wäsche". Die Nachrichten fluteten 2018 die Presse mit der E-Mobilität und dem Wandel der erneuerbaren Energien. Ab diesem Moment wurden die Preise der FUCHS PETROLUB-Aktien in die Knie gedrückt. 2020 kam Corona und die Weltwirtschaft wurde von heute auf morgen abgestellt. Dies hatte wieder einen großen Einfluss auf FUCHS, da die globalen Lieferketten aus dem Gleichgewicht gekommen waren. Eine so noch nie gesehene Knappheit an Rohstoffen und Verpackungsmaterialien sowie steil ansteigende Einkaufspreise waren die Folgen, die FUCHS tagtäglich vor neue Herausforderungen stellte. Hinzu kam eine anhaltende Halbleiterknappheit, welche insbesondere die automotiven Kunden weltweit negativ beeinträchtigte. Gegen Ende des Jahres 2021 führten zudem die Virusvariante Omikron und Quarantänebestimmungen zu Ausfällen in Teilen der Belegschaft. Vor dem Hintergrund all dieser Widrigkeiten sind die erzielten Umsatz- und Ergebnissteigerungen sehr erfreulich. Doch nun steht FUCHS wieder vor einer neuen Herausforderung, da in Europa Krieg ausgebrochen ist und die Inflation sowie ein starker Öl-Preis die geschäftliche Lage von FUCHS PETROLUB SE belasten.


Qualität ist die erste Voraussetzung für ein Schlüsselinvestment.


Doch FUCHS überraschte mich nach den veröffentlichten Zahlen wieder einmal mehr, da ich mit einem schlechteren Jahr gerechnet habe. Wer die letzten Jahre so durch die Krisen kommt, hat meinen größten Respekt verdient. Die Voraussetzung, dass ein Unternehmen all diese Hürden nimmt, ist die Qualität des Managements und die Qualität des Geschäftes.


Auch wenn das Unternehmen bei vielen Anlegern uninteressant ist und die Bewertung immer günstiger wird - dies macht es für mich nur noch attraktiver. Getreu dem Motto: Wer eine günstige Bewertung nicht abwarten kann und keine 10 Jahre warten möchte, der sollte seine Anfangsinvestments gering halten. Denn nur so erhält man die Möglichkeit, bei massiven Rücksetzern seine bestehende Position mit hochwertigen Dividendenzahlern aufzubauen, drastisch zu verbilligen und sein Einkommen zu steigern. Und das habe ich nun getan.


Bewertungskennzahlen (KGV der letzen 10 Jahre)

Das bereinigte KGV (P/E Ratio) von FUCHS beträgt beim heutigen Kurs (25,90 EUR) 13,9. Betrachtet man den Durchschnitt der letzten 10 Jahre, so hätte man meistens das 19-fache des Gewinns bezahlen müssen. Ausnahmen mit einem KGV von 16 kommen zwar öfters vor, aber ein KGV von 13,9 hatte FUCHS PETROLUB zuletzt im Jahr 2012.


Die Umsatzentwicklung von Fuchs Petrolub SE

Quelle: Aktienfinder.net

Trotz des anspruchsvollen Umfelds konnte FUCHS seinen Umsatz in allen Regionen deutlich steigern. Die Region EMEA konnte trotz deutlicher Rohstoffpreissteigerungen und einer erheblichen Zunahme von Transport- und Arbeitskosten im abgelaufenen Geschäftsjahr ihren Umsatz auf 1.710 Mio. EUR erhöhen. Im Vergleich zu 2020 ist das eine Steigerung von 20 %. Die Region Asien-Pazifik steigerte ihren Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 22 % und die Region Nord- und Südamerika steigerte den Umsatz um 22 %.


Unter Vorbehalt der noch nicht abschätzbaren Einflüsse des Krieges in der Ukraine und den verhängten Sanktionen gegen Russland, plant der FUCHS-Konzern zum derzeitigen Zeitpunkt für das Jahr 2022 ein organisches Umsatzwachstum auf 3,0 bis 3,3 Mrd. EUR, was einem Umsatzwachstum von 10 % entspricht.

Quelle: Aktienfinder.net

Einen weiteren Blick lege ich auf die Umsatzbereiche. Wie hier schön zu sehen ist, hat der Automobilsektor im Geschäftsjahr 2021 wieder an Fahrt aufgenommen. So ist der Umsatz gegenüber dem Jahr 2018 um 14 % gestiegen. Ein Zeichen, dass Schmierstoffe noch nicht das Ende in der E-Automobilindustie sind.


Gewinn-Entwicklung von Fuchs Petrolub

Ein weiterer Blick geht immer auf den Gewinn eines jeden einzelnen Unternehmens. Der lange Betrachtungszeitraum zeigt, dass die Gewinne von FUCHS bis zum Jahr 2018 stetig gewachsen sind. Besserung ist nun in Sicht, da FUCHS seinen Gewinn um 50 Mio. EUR auf 363 Mio. EUR (+ 16 %) verbessert hat. Damit hat FUCHS die ursprüngliche Prognose für das Jahr 2021 und auch das Ergebnis des Jahres 2019 übertroffen.


Im Jahr 2018 lag der Gewinn je Aktie bei 2,04 EUR. Für das Geschäftsjahr 2021 wurde wieder ein Gewinn von 1,95 EUR ausgewiesen. Laut Prognose soll der Gewinn für das Jahr 2023 bei 2,13 EUR je Aktie liegen und somit das Tal der letzten Jahre geschlossen werden.


Die Dividendenentwicklung der letzten Jahre

Quelle: Aktienfinder.net

Die "Einkommensmethode" - wie ich sie gerne nenne - ermöglicht mir, einen passiven Einkommensstrom aus verschiedenen Wertpapieren zu schaffen. Eines dieser Wertpapiere ist FUCHS PETROLUB, die ihre Dividende auch im kommenden Jahr wieder um + 4 % auf 1,03 EUR (0,99 EUR) je Vorzugsaktie und 1,02 EUR (0,98 EUR) je Stammaktie steigern wird.

Seit 28 Jahren zahlt FUCHS eine Dividende an seine Aktionäre und steigerte diese nun zum 17. Mal in Folge.


Das starke Umsatz- und Ergebniswachstum - trotz Inflation und Lieferkettenproblemen - untermauert die Robustheit und den Erfolg des Geschäftsmodells von FUCHS und bestätigt die Politik einer stetig steigenden, mindestens aber stabilen Dividende.


Im Schnitt der letzten 10 Jahre wurde die Dividende um 7,6 % gesteigert. Dabei lag die Ausschüttungsquote immer zwischen 30 % und 60 %


Entwicklung des fairen Wertes von Fuchs Petrolub

Investoren, die nach der Finanzkrise in FUCHS eingestiegen sind, konnten 10 Jahre am Stück vom großen Aufschwung profitieren. Dagegen haben Investoren, die in den letzten 5 Jahren ihren Einstieg gefunden haben, keinen großen Grund zur Freude gehabt. Unter den zuletzt Genannten befinde auch ich mich, als ich im Jahr 2018 diese Position eröffnete habe. Meine Ziele mit FUCHS waren andere, doch zu dieser Zeit machte ich mir noch keine Gedanken um irgendwelche Bewertungen, was auch ein Teil der Gründe ist, warum FUCHS bis heute in meinem Depot zu den Schlusslichtern gehört.


Doch nun wird aus einer Wachstumsaktie eine Einkommensmaschine, die sich nicht verstecken muss! Die Preise werden steigen, und die Preise werden auch wieder fallen. Doch nun bin ich bei FUCHS stärker denn je bereit, die Aktie viele Jahre lang zu halten und den Großteil meiner Renditen durch Einkommen (Dividenden) zu generieren.


Dieser Chart, den ich aus dem Aktienfinder.net erhalten habe, zeigt, dass der aktuelle Kurs von FUCHS PETROLUB (schwarze Linie) immer wieder vom bereinigten Wert davonläuft und zurückkommt. Zudem sieht man auch schön, dass der bereinigte Fair Value (orange Linie) im Jahr 2018 eingebrochen ist und nun wieder zu alten Höhen aufbricht. Die Gründe habe ich bereits weiter oben beschrieben. Doch nun liegt der Kurs weit unterhalb dieses Fair Value Bereiches (orange Linie), was mich hoffen lässt, FUCHS PETROLUB zu einem günstigen Preis gekauft zu haben. Heute kann ich diesen Weg besser gehen und nachkaufen, da die Preise niedrig und die erwarteten Renditen hoch sind.


Sollten alle Erwartungen eintreffen, so hätte dieses Investment bis zum Ende des Jahres 2024 ein Rendite-Potential von gut 76 %.


Dies würde einer jährlichen Rendite von über 20 % entsprechen. Sollte dieser Fall nicht eintreten, beruhigt mich im Jahr 2024 die stattliche Dividendenrendite von 4,6 %, die andere Öl-Unternehmen erst einmal wieder aufzeigen müssen.


Mein Nachkauf:

Wenn ich passives Einkommen aufbauen möchte, ist die Gelegenheit am günstigsten, während der Marktkorrektur mit vollen Händen zuzugreifen. Am besten, wenn sich Angst abzeichnet und die Aktienkurse sinken. Investoren wie Mr. Buffett haben durch diszipliniertes Investieren und die Ausnutzung von Situationen, die durch die Ängste des durchschnittlichen Anlegers verursacht wurden, große Vermögen angehäuft.

Keiner weiß, was die Börsenkurse morgen machen werden und auch Mr. Market wird keine Warnungen twittern, wenn er am Tiefpunkt liegt und eine neue Bullenrallye beginnt. Passives Einkommen muss langsam und stetig aufgebaut werden, indem Korrekturen ausgenutzt werden. Ich hoffe, hier die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Die Gelegenheit war zumindest heute für mich reif!


Aus diesem Grund habe ich mir weitere 96 Aktien zu einem Kurs von 26,24 € ins Depot gekauft. Inklusive Gebühren komme ich auf eine Investitionssumme von 2.520 €.


Da ich nun seit 6 Jahren Aktionär von FUCHS PETROLUB bin und mit diesem Nachkauf auf insgesamt 280 Aktien komme, lassen sich die jährlichen Dividenden von 285 € ordentlich sehen. Somit liegt auch meine persönliche Dividendenrendite bei 3,9 %.


Durch diesen Nachkauf schiebt sich FUCHS auf Platz 10 von der Positionsgröße her. Der Depotanteil liegt bei 4,1 %.


Weitere Aktienkäufe sind in diesem Monat April nicht geplant.


LG Falk




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