• Der Dividendenjäger

Fresenius und die rote Laterne...


Am gestrigen Montag, den 03.05.2021, gab es wieder einen Nachkauf für mein Depot. Da die Auswahl an "noch halbwegs" fair bewerteten Unternehmen Mangelware ist, war diesmal das Schlusslicht an der Reihe.


Fresenius, eine kleine Leidens-Story mit vielen Fehlern und widersprüchlichen Facetten.


Wenn ich das Wort Fehler schreibe, dann möchte ich sie auf mich beziehen, denn hier gab es zur Anfangszeit einige Lerneffekte, die ich hieraus gezogen habe. Diese möchte ich gerne in Kurzform erzählen, da mein Start mit Fresenius im Jahr 2017 nicht von großem Erfolg geprägt war.


Bei Höchstkursen um die 80 € pro Aktie und mit einer Überbewertung von + 35 % bin ich bei Fresenius eingestiegen. Ich habe viele Meinungen und Analysen gelesen und bin mit der damaligen Masse mitgeschwommen. Doch die Ernüchterung kam schnell. Am Anfang wurden die Überbewertungen abgebaut, sodass ich gleich nach ein paar Wochen ein Minus von 13 % in meinem Depot hatte. Dass dies aber noch nicht genug war, wusste ich damals noch nicht. So musste Fresenius 2018 die Milliardenübernahme von Arkon absagen, was bei den Aktionären einen Vertrauensverlust einbrachte und mir erneut ein dickes Minus von 43 %. Und hier passierte in meinen Augen auch gleich mein Fehler Nr. 2.


Ungeduldig und von Schnäppchenjagd getrieben, kaufte ich gleich weitere Aktien, ohne die Situation abzuwarten. Darauf folgten im Jahr 2019 schlechtere Unternehmenszahlen und on Top kam die Situation mit Corona obendrauf. So baut man sich ein Schlusslicht ins eigene Depot, hegt Zweifel und plant den Verkauf.



Doch bis heute blieb Fresenius in meinem Depot und ich sehe nun mehr Möglichkeiten und einige Chancen auf ein Comeback. Denn an meiner Philosophie

"Ich verkaufe nichts, es sei denn, das Geschäft hat grundlegende Probleme" hat sich nichts geändert. Auch wenn die vergangenen Ereignisse den Aktienkurs verhagelt haben, sind die Gewinne stark geblieben.


Denn Fresenius ist ein konservativ geführter deutscher Gesundheitsriese, der in den Bereichen Dialyse, Generika/Biosimilar-Medika, Krankenhausmanagement und Krankenhausbau/Projektmanagement klar die Nr. 1 ist.



Das Unternehmen ist ein Dividendenaristokrat mit konservativen Sicherheiten.

Es ist mitten darin, die Dinge effizienter zu machen um aus der Pandemie herauszukommen. Die Erwartungen des Unternehmens sowie der Märkte sind, dass Fresenius seine Ergebnisse verbessert und die Bewertungsmultiplikatoren somit expandieren könnten.


Da ich weiterhin an Fresenius festhalten möchte, die Bewertungen noch auf einem niedrigen Niveau sind und keine weiteren Tiefs mehr getestet wurden, sah ich jetzt die Gelegenheit, meine bestehende Position von 55 Aktien auf 110 Aktien aufzustocken.

Somit habe ich meine Position bei einem Kurs von 40,30 € verdoppelt und fertig aufgebaut. Angesichts der Fundamentaldaten und der Marktposition des Unternehmens glaube ich, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis sich hier eine erfreulichere Entwicklung ergibt.


Für diese 55 Aktien habe ich in Summe 2.218 € bezahlt und warte weiter auf die Erholung, auch wenn dies noch einiges an Zeit benötigen wird. Währenddessen nehme ich die überdurchschnittlichen aber sicheren Dividenden mit.


Die Dividenden:

Durch den immer weiteren Preisnachlass ist die Dividendenrendite von 0,85 % (2017) auf stattliche 2,20 % gestiegen. Das heißt, dass durch diesen Nachkauf meine persönliche Dividendenrendite auf 1,92 % angewachsen ist.



Da in diesem Monat noch die Hauptversammlung ansteht (am 21.05.2021) und ich wieder von einer Dividendenerhöhung ausgehe, kommen mir die 96,80 € an ausgeschütteten Dividenden (0,88 € pro Aktie) sehr gelegen. Gehe ich dann noch von dem Fall aus, dass die Dividende wie in den vergangenen Jahren um 10 % gesteigert wird, könnte es im Jahr 2028 schon eine Verdoppelung der Dividenden geben.


Zusammengefasst würde ich behaupten, dass Fresenius immer noch ein grundsolides Unternehmen ist, wichtige Geschäftsfelder innehat, fundamental gut aufgestellt ist und nebenbei mit einer schönen Dividendenrendite glänzt.


Einzig meine überhasteten Nachkäufe wurden mir ein wenig zum Verhängnis. Da aber seit meinem letzten Kauf zwei Jahre vergangen sind und ich weiter an Fresenius festgehalten habe, freue ich mich heute umso mehr, zu einem so guten Preis nachgekauft zu haben.


Mal schauen was die Zeit bringt. Die Überzeugung ist auf jeden Fall da!

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