• Der Dividendenjäger

Depotupdate 04.22 - "Eine steigende Flut hebt alle Boote"


Viele werden schon einmal das populäre Idiom "Eine steigende Flut hebt alle Boote" gehört haben. Da nun wieder 30 Tage seit meinem letzten Update vergangen sind, werfe ich einen Blick auf mein Depot und überprüfe meine Werte (Boote) erneut. Auch wenn ich weiß, dass ich in der aktuellen Krise gut schlafen kann, kann ich diesen Drang der Kontrolle nicht ablegen.


Bekanntlich ist es ja so, dass, wenn die Flut des Ozeans steigt, alles mit dieser Flut, was an der Oberfläche schwimmt, mit ihr steigt. Es ist auch gleichzeitig wahr, dass alles auf dem Meeresboden weiter von der Oberfläche entfernt ist, wenn die Flut steigt. So geschehen wie bei der Titanic, deren Trümmer noch immer am Boden des Ozeans zu finden sind.

Na und? Wen kümmert es, dass dieses Idiom zwei Seiten der Münze hat? Mich!


Denn ich halte die aktuelle Inflation für diese besagte Flut. Es fegt über die Preise von Grundgütern (Tanken, Lebensmittel, Heizung etc.) und erhöht die Kosten für uns alle. Die Gesamtlebenskosten steigen! Zudem ist die Inflationsflut nicht ganz einheitlich. Einige Preise steigen schneller und höher als andere. Wie Wellen, die sich über die Oberfläche des Ozeans bewegen, auch wenn sich die Gesamtflut höher bewegt.

Was ist also die andere Seite der Medaille, wenn man weiß, dass die Inflation alle Preise mit einer Rate anhebt, wie wir sie seit Jahrzehnten nicht mehr hatten, und in letzter Zeit 8,5 % erreicht hat?


Die Inflation und die Steuer

Wir alle zahlen Steuern. Einkommensteuer, Umsatzsteuer, Grundsteuer und unzählige mehr. Von daher kann ich auch die aktuelle Inflation in vielerlei Hinsicht als eine zusätzliche Steuer betrachten.

Wenn ich für jedes Gut mehr bezahlen muss, dann zahle ich auch mehr Steuern auf dieselben Waren. Das gleiche würde auch bei meinem Gehalt passieren, wenn es mit der Inflation steigen würde - was eher unwahrscheinlich bleiben wird 😅. Auch hier würde ich höhere Steuern abgeben müssen.

Doch wie komme ich zu so einem Thema? Ganz einfach, weil mir dieser Gedanke in diesem Monat durch den Kopf gegangen ist und ich beobachten konnte, das dieses Thema "Inflation" nicht alle gleichermaßen betrifft!

Die Personen, die meinen Blog verfolgen, lesen und eigenständig investieren, sind diese besagten Boote, die auf der Wasseroberfläche schwimmen. Wir können sehen, wie sich unser Einkommen und unsere Vermögenswerte an diese Gegebenheit anpasst, wenn sich die Inflation bewegt. Viele haben leider nicht so viel Glück.


Unsere "ärmere" Gesellschaft und unsere Rentner sind besonders betroffen. Wie das?


Rentner ohne einen zusätzlichen Einkommensstrom leben oft von einem festen Einkommen. Sie haben feste Rentenbezüge, auf die noch Steuerabgaben on top drauf kommen und bewegen sich damit nicht so, wie wir es können. Ihre Fähigkeit, mit dem Ozean mit zu schwimmen, stagniert wörtlich. Wenn die Inflation steigt, verringert sich ihr angesparter Bargeldhaufen, die Lebenshaltungskosten zu decken wird schwierig und ihre Bemühungen werden Jahr für Jahr untergraben. Zumindest sind dies die Informationen, die ich so aus meiner Familie erfahren habe.


Der Mittelschicht (wo ich vollumfänglich mit drinnen stecke) wurde seit langem gesagt, sie sollten sich über eine 3 %-Gehaltserhöhung freuen, um ihren Lohn vs. ihre Inflation aufrechtzuerhalten. Ok, 3 % p.a. mehr Lohn gab es bei mir auch nie wirklich und nun siehe da - 8,5 % Inflation. Überraschung! Ich verdiene im Grunde nun weniger als zuvor, wenn ich meinen Gehaltszettel vs. Butterpreis betrachte.

Darüber hinaus kommen meine Gehaltserhöhungen in der Regel nur jährlich und das im 0,x % Bereich, während die Inflation sofort zuschlägt und bei den täglichen Dingen wie Benzin und Lebensmitteln besonders schnell ist. Von daher bietet es mir nur wenig Trost, dass ich im Januar eine schöne Gehaltserhöhung erhalten könnte, wenn meine monatlichen Ausgaben gerade steigen.


Jammern hilft nicht - Investitionen müssen her!

Was ist also die Alternative, wenn die Kosten für Waren steigen? Genau. Jammern aufhören, dankbar sein, dass man mit dem Investieren begonnen hat und weiter am Einkommen schrauben. Man kann die jetzige Situation nicht ändern, von daher denke ich, dass man einfach Monat für Monat weitermachen muss. Da die Inflation weiterhin ein globales Phänomen ist, ist der Kauf von realen Vermögenswerten und an sie gebundene Unternehmen eine hervorragende Möglichkeit. Somit sieht man schön, wie das eigene Portfolio immer wieder neue Höhen erreicht.


Warren Buffett begann während des Zweiten Weltkriegs zu investieren. Sein Erfolg im Laufe der Jahre kommt daher, dass er gierig ist, wenn andere Angst haben.

Es wird selten einen idealen Zeitpunkt geben, um in den Markt einzutreten. Daher ist auch heute ein guter Zeitpunkt, um mit dem Investieren zu beginnen! Und so sahen meine Investitionen im April aus.


Investitionen im April:

Nachdem ich schon im Monat März bei FUCHS PETROLUB SE einen kleinen Nachkauf getätigt hatte, war meine erste Investition im April wieder ein Nachkauf bei FUCHS PETROLUB SE. Hier habe ich ausführlicher berichtet. Bei einer aktuellen Dividendenrendite von gut 4 % konnte ich die ersten Schritte gegen die Inflation unternehmen. Gekauft habe ich 98 Aktien zu einem Kurs von 26,24 €. Die Kaufsumme lag hier bei 2.520 €. Durch diesen Nachkauf habe ich nun 280 Aktien in meinem Besitz und kann mich im Mai auf 285 € an Dividende erfreuen.


Nachkauf Nummer zwei ging an Old Dominion Freight Line. Da die Speditionsunternehmen jetzt unter dem anhaltenden Wirtschaftsabschwung leiden, war ODFL natürlich mit davon betroffen. Da die Aktie so stark von den jüngsten Höchstständen gesunken ist, musste ich meine Position hier ebenfalls weiter aufstocken. Hier habe ich ebenfalls berichtet. Da mein monatliches Budget leider schon aufgebraucht war, mussten die angehäuften Dividenden hergenommen werden. Gereicht hat es für genau 2 Aktien zum Kurs von 246,55 €.


Kurz und bündig zusammengefasst komme ich auf eine Investitionssumme im Monat April von 3.027 €.


Erfreuliche Dividendenerhöhung:

Nachdem in den letzten drei Monaten 13 Unternehmen ihre Dividendenerhöhung angekündigt haben, schlossen sich im April nochmals 3 Unternehmen an. Somit werden jetzt 16 von 29 Unternehmen ihre Dividenden steigern.


Folgende Dividendenerhöhungen wurden im April verkündet:

  1. Procter & Gamble Co. (PG) erhöht die vierteljährliche Dividende um 5 %

  2. Johnson & Johnson (JNJ) erhöht die vierteljährliche Dividende um 6,6 %

  3. Apple Inc. (AAPL) erhöht die vierteljährliche Dividende um 4,55 %

Einnahmen:

Während der S&P nur um 12 % gegenüber seinen Höchstständen gesunken ist, hat der Nasdaq nun ein Minus von 22 % erreicht und ist in einen Bärenmarkt gefallen. Ich habe jetzt ein Jahr lang dividendenschwache Tech-Investitionen gemieden, da mir die Preise einfach nicht gerecht erschienen. Nun kann ich mich glücklich schätzen, weniger negativ betroffen zu sein als andere. Ob und wann ich meine Tech-Positionen weiter ausbaue, wird sich zeigen. Preislich will ich bei Apple, Microsoft und Intuit noch mehr Rabatt. Stattdessen lag mein Fokus auf einkommensstarken Werten wie Unilever, 3M, Amgen und FUCHS Petrolub. Die Dividendenrenditen stiegen in den letzten Monaten vor dem Jahreswechsel gut an. Die Beliebtheit dieser Werte war eher stiefmütterlich zu betrachten. Die Unternehmen waren - und sind - zum Teil immer noch unterbewertet, bieten mir aber dennoch hervorragende Renditen.

Das zeigte sich vor allem im Monat April, der mit 11 Zahltagen sehr erfreulich war. Die Gesamtsumme an erhaltenen Netto-Dividenden betrug 241,17 €. Die Betrachtung im Vergleich zum April 2021 zeigt, wie sich meine regelmäßigen Nachkäufe bemerkbar machen. Gerade die letzten Käufe mit den oben besagten Unternehmen mit ihren stabil-steigenden und langweiligen Dividenden machen sich sehr bezahlt für mich.

Für den Monat April gab es wieder eine 31 %-Steigerungsrate, was mich sehr freut. Nun bin ich auf den nächsten Monat gespannt, da hier die Hürde von 500 € geknackt werden kann.


Zum Depot:

Im Monat März waren die großen Gewinner bei mir noch Union Pacific und die Canadian National Railway, die gleich auf ein neues Allzeithoch rollten. Im Monat April sieht das Bild schon wieder umgedreht aus, was das aktuelle Marktgeschehen gut widerspiegelt. Die letzten Plätze gehen an Starbucks mit -15 %, Danaher mit -10 % und dicht gefolgt kommen schon UP und CN mit -8 %.

Auf der Gewinnerseite stehen nach diesem abgelaufenen Monat die krisensicheren Unternehmen Procter & Gamble und Johnson & Johnson mit einem Plus von 10 % dagegen. Erfreulich auch, dass sich Unilever nach längerer Zeit wieder mit einem Plus von 8 % zurückmeldet.


Im Vergleich zum Vormonat März gab es in meinem Depot einen kleinen Buchverlust von 2.989 €. Dies bedeutet eine Monatsperformance von Minus 1,57 %.


Zusammen macht dies unterm Strich seit dem Start meines Depots ein Plus von

44.520 € bzw. von 34,2 %.


Die Gesamtsumme an investiertem Kapital für das Jahr 2022 liegt aktuell bei 9.917 €.


Für das Jahr 2022 habe ich wieder den Anspruch, 29.000 € an der Börse zu investieren. Somit sind nach diesem Monat April 34 % des Zieles erreicht.


Aktueller Depotwert: 174.400 €


Zu guter Letzt möchte ich noch einen Netzfund präsentieren, der mir letzte Woche ins Auge fiel und mich begeistert hat. Um Casablanca zu paraphrasieren:

Wenn der Markt den Boden verlässt und Sie noch keine Blue-Chip-Schnäppchen gekauft haben, werden Sie es bereuen. Vielleicht nicht heute. Vielleicht nicht morgen, aber bald und für den Rest deines Lebens.


Danke fürs Lesen. Schön, dass Du hier warst!


Monatsübersicht April 2022

Veröffentlicht am 30.04.2022, Der Dividendenjäger


Zukäufe


​2 Old Dominion Freight Line (508 €)

96 Fuchs Petrolub SE (2.519 €)


Verkäufe


Keine


Insgesamt investiert im Monat April: 3.027 €


Dividenden im Monat April


Canadian National Railway (26,77 €)

Coca-Cola (12,62 €)

Danaher (4,41 €)

Diageo (27,20 €)

Illinois Tool Works (15,17 €)

Intuit (5,21 €)

L'Oréal (64,80 €)

LVMH (42,00 €)

Nike (4,74 €)

Stryker (6,69 €)

Union Pacific (31,56 €)

Einnahmen im April 2022 : 241,17 € Einnahmen im April 2021 : 183,16 € Jahr zu Jahr Steigerung : + 32 % ​ 2022er Dividenden bis jetzt (YTD, Year to date) : 806,28 € (201,57 Euro/Monat) Alle Dividenden seit Beginn (All-time income) : + 5.266 €


Dividendenerhöhungen im Monat April


Procter & Gamble + 5 %

Johnson & Johnson + 6,6 %

Apple + 4,55 %


Cashbestand

Freies Kapital zum investieren: 2.500 € monatlich


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