• Der Dividendenjäger

Das Projekt SAP - Warum der Besitz von SAP so wichtig für mich ist


Einleitung

Mein Ruhestand sollte eines Tages durch Dividenden finanziert werden und gerade jetzt, wo ich für einige Wochen durch das schöne Schweden tingele, wird mir auch immer mehr bewusst, wie wichtig mir ein dauerhafter Einkommensstrom ist. Während es viele exotische und aufregende Orte gibt, an denen man seine Dividendendollars erhalten könnte, sollte man nicht vergessen, sich den "Grundlagen" der Vermögensentwicklung und des nachhaltigen langfristigen Einkommens - den Dividenden - zu stellen. Sobald man erkennt, dass seine Einkommensquelle nicht aufregend sein muss, kann man sich darauf konzentrieren, was alles aufregendes mit diesem Einkommen zu machen ist! Ich mag es, meine Aufregung auf dem "Lebensniveau" zu halten und gleichzeitig den langweiligen und stetigen Einkommensstrom weiter auszubauen.


Der Tech-Bereich in meinem Depot

Der Anteil an Tech-Titeln in meinem Depot ist eher klein ausgerichtet. Zudem habe ich mich in den letzten zwei Jahren in dieser Branche auch mit Käufen zurückgehalten in der Hoffnung, hier größere Anteile "günstiger" einkaufen zu können. Nun ist für mich die Zeit gekommen, meine Anteile weiter aufzustocken. Beginnen möchte ich hier mit dem Projekt SAP, das Schlusslicht in meinem Depot.


SAP gehört neben meinen Werten wie Apple, Microsoft und Intuit zu den aussichtsreichsten Kandidaten. Seit Jahresbeginn hat die Aktie etwa 24 % ihres Wertes verloren und das letzte Allzeithoch liegt sogar 30 % zum heutigen Kurs entfernt.


Bei SAP konnte man meinen, dass sich das Unternehmen zu einer grauen Maus entwickelt hat. Mein Gefühl sagt mir, dass man in den Corona-Jahren einfach nicht im Rampenlicht erschienen ist. Man war einfach nicht "en vogue", obwohl die Geschäfts- und Quartalszahlen für mich eine andere Sprache sprechen. Die letzte Quartalserklärung am 22. April 2022 überzeugten mich trotzdem. Das Unternehmen verzeichnete ein Umsatzwachstum von 11 % gegenüber dem Vorjahr (YoY). Ausschlaggebend waren die erheblichen Umsatzbeschleunigungen im Cloud-Geschäft. Hier gab es eine Steigerung von 31 %, wobei der Umsatz von S/4HANA um 78 % und der S/4HANA-Cloud-Backlog mit 86 % noch schneller wuchs. Am Ende konnte im Q1 ein Umsatz von 9,73 Mrd. € erzielt werden. Zudem fügte das Unternehmen mehr als 500 neue Kunden im ersten Quartal 2022 hinzu, welche die Cloud-Lösung S/4HANA einführten. Insgesamt verzeichnet SAP nun mehr als 19.300 Kunden.

Quelle: Aktienfinder.net

Die Gewinne bleiben vorerst auf der Strecke

Durch den Umbruch, weg von Softwarelizenzen hin zur Cloud-Lösung, bleiben die Gewinne vorerst auf der Strecke. Dies zeigte sich ebenfalls im letzten Q1 Bericht, da der Umsatz mit Softwarelizenzen deutlich um 35 % auf 317 Mio. € zurückging. Betrachte ich den Rückgang von 4,21€ auf 3,06 € je Aktie, könnte man in Panik ausbrechen. Doch hier gilt für mich weiter, dem Umbruch Zeit zu geben und entspannt Anteile aufzusammeln. Denn, sollte der Umbruch bis ins Jahr 2025 vollbracht werden, könnten die Gewinne wieder neue Höhen von 5,67 € je Aktie erreichen.

Neben dem erwarteten Gewinneinbruch von 37 % ist auch der freie Cashflow im Vergleich zum Vorjahr um 24 % zurückgegangen. Hauptsächlich aufgrund der Auswirkungen des Betriebskapitals auf den Übergang von SAP in die Cloud und höhere Investitionsausgaben.


Besserung ist in Sicht

Wie am 22. April 2022 angekündigt wurde, erweitert das Unternehmen seine strategische Partnerschaft mit Kyndryl Holdings. Demnach soll Kyndryl Holdings neue Lösungen entwickeln, um Kunden bei ihrer digitalen Geschäftstransformation zu unterstützen. Kyndryl wird mit seiner Expertise in der künstlichen Intelligenz (KI) Dienstleistungen anbieten, die die RISE mit SAP-Lösungen ergänzen und die Business Technology Platform (SAP BTP) von SAP nutzen.


Einen weiteren Schritt unternahm SAP mit der Ankündigung vom 3. Mai 2022, sein Lernplattformgeschäft Litmos zu verkaufen, das von mehr als 30 Millionen Nutzern in 150 Ländern genutzt wird. Der Verkauf könnte auf 1 Milliarde Dollar geschätzt werden und es SAP ermöglichen, seinen Betrieb weiter zu rationalisieren und sich auf seine wichtigsten Wachstumstreiber (Cloud) zu konzentrieren.


Am 11. und 12. Mai 2022 erwarb Aufsichtsratsvorsitzender und Mitgründer Hasso Plattner SAP-Aktien mit einem Volumen von insgesamt 5,7 Mio. €. Angesichts des günstigen Preises ein guter Schachzug!


Bewertungskennzahlen (KGV der letzen 10 Jahre)

Quelle: Aktienfinder.net

Als langfristiger Investor will man trotzdem oft schnelle Dinge. Doch das Warten und eine Engelsgeduld können entscheidend bei der Geldanlage sein. Gerade hier im Tech-Universum werden oft hohe KGV's an den Tag gelegt. Auf die KGV's von Apple und Microsoft brauche ich nicht weiter groß eingehen, denn diese liegen mir immer noch viel zu weit über den Durchschnitten der letzten 10 Jahre. Aber bei SAP könnte sich das Warten nun für mich ausgezahlt haben.


Während man Mitte 2020 noch ein KGV von 24 für SAP bezahlt hat, erhält man diese heute mit einem KGV von 14,7. Der Durchschnitt der letzten 10 Jahre liegt bei 19, was mich zu der Annahme bringt, SAP hier zu einem guten Preis nachgekauft zu haben.


Die Dividendenentwicklung der letzten Jahre

Mein Beitrag beginnt ja mit dem Titel "Warum der Besitz von SAP so wichtig für mich ist". Einer der wichtigsten Punkte bei meiner Auswahl der Unternehmen ist Wachstum und der Ertrag, der am Ende wirklich in meiner Tasche landet. Ich habe 95 % meines Nettovermögens in dieses Portfolio investiert. Wie man sehen kann, ist es eine Mischung aus Aktien mit hoher Rendite und Dividendenwachstumsaktien. Mit fast 25 % industrieller Unternehmen und mit einer geringeren Technologieexposition verwalte ich für einige Anleger eine etwas ungewöhnliche Zusammensetzung von Aktien. Mein Ziel ist es nicht einen Index zu kopieren, sondern Aktien zu kaufen von denen ich glaube, dass sie es mir ermöglichen werden, den Markt langfristig zu schlagen und stetig wachsende Dividendeneinnahmen zu generieren. Und hier kommt jetzt SAP ins Spiel!

SAP zahlt an seine Aktionäre 28 Jahre ohne Unterbrechung eine Dividende aus.

Davon sind nun 11 Jahre am Stück die Dividenden gesteigert worden und der Durchschnitt der Steigerungen betrug dabei 11 %. Als Bonus kamen Sonderdividenden im Jahr 2012 und 2022 mit obendrauf. Die aktuelle Dividendenrendite beträgt 2,1 % und die Ausschüttungsquote beträgt dabei gesunde 58 %. Was will man als Aktionär mehr?

Sollte ich in ein paar Jahren wirklich diese Dividenden für mich und meinen Konsum in Anspruch nehmen müssen, wären rechnerisch im Jahr 2031 die 4 % Dividendenrendite machbar. Bis dahin dürfen gerne weitere Anteile und Dividenden in mein Depot einfließen.


Entwicklung des fairen Wertes von SAP

SAP ist ein sehr starker Akteur im Technologiesektor und überführt nun sein Geschäft erfolgreich auf seine Cloud-Lösungen mit starkem Wachstum und verbesserter Rentabilität in den letzten zwei Jahren. Ich sehe hier, dass das einzige Problem der aktuelle Gewinnrückgang (orange Linie) ist. Dies hat dazu geführt, dass SAP ordentlich an Bewertung eingebüßt aber auch ein Potenzial von 13 % p.a. bis 2025 für mich als Aktionär übrig hat.

Quelle:Aktienfinder.net

Doch nun liegt der Kurs nicht nur unterhalb dieses Fair Value Bereiches (orange Linie), sondern auch unter dem Fair Value auf den Umsatz (grüne Linie) gerechnet. Dies lässt mich hoffen, SAP zu einem günstigen Preis gekauft zu haben.


Analysten glauben, dass SAP seine historische Wachstumsrate durch den Umbau in die Cloud auch in naher Zukunft wiedererlangen kann. Sollte dies wirklich eintreten, würde ich voll und ganz am Wachstum teilhaben. Falls dies bis zum Ende des Jahres 2025 geschieht, so hätte meine Investition ein Potential von gut 55 %.


Dies würde einer jährlichen Rendite von 13,7 % entsprechen. Sollte dieser Fall nicht eintreten, beruhigt mich die angenehme Dividendenrendite von 2,5 %.


Mein Nachkauf

SAP ist wichtig für mein Depot und meine Strategie. SAP hat ein Preisniveau erreicht, das für mich sehr interessant ist. Die Dividenden aktuell und auch die Dividenden der nächsten Jahre sehe ich als nicht gefährdet an. Die erwarteten Renditen bei der Performance und den Steigerungen meiner Erträge liegen im zweistelligen Bereich. Somit war für mich alles erfüllt, um hier meine Investition für den Monat Juni zu tätigen.


Aus diesem Grund habe ich mir weitere 25 Aktien zu einem Kurs von 93,97 € ins Depot gekauft. Inklusive Gebühren komme ich auf eine Investitionssumme von 2.362 €.


Da ich nun seit April 2017 Aktionär von SAP bin und mit diesem Nachkauf auf insgesamt 75 Aktien komme, lassen sich die jährlichen Dividenden von 147 € im nächsten Jahr gut sehen. Somit liegt auch meine persönliche Dividendenrendite bei 1,9 %.


Durch diesen Nachkauf schiebt sich SAP auf Platz 10 von der Positionsgröße her. Der Depotanteil liegt bei 4,1 %.


Weitere Aktienkäufe sind in diesem Monat Juni nicht geplant.


Danke, dass du hier warst und danke fürs Lesen!


LG

Falk

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