• Der Dividendenjäger

Das Depot ist wieder komplett! Die Norfolk Southern feiert ihr Debüt


In der Ehe steht die Zahl 30 für die Perlenhochzeit. Betrachte ich dagegen mein Depot, dann ist die Zahl 30 einfach nur eine schöne Diversifizierung von Unternehmens-Perlen, mit denen ich mich schon länger wohl fühle. Da im abgelaufenen Monat ein Unternehmen (Apple) mein Portfolio verlassen musste, war ich auf der Suche nach einem würdigen Nachfolger. Leser, die schon eine Weile bei mir sind, werden nicht schockiert sein von dem, was ich als nächstes zu sagen habe: Ich habe seit Beginn meines Portfolios einen Hang zur Industrie. Deshalb wird es nicht verwunderlich sein, dass mein Anteil von Industrie-Unternehmen 26 % beträgt. Davon sind alleine 13 % aus der Transportbranche. Um das ganze nicht spannender zu machen, kann ich nun mit Freude verkünden, dass ich die Norfolk Southern Corporation (NYSE: NSC) für mein Dividendenwachstumsportfolio gekauft habe.


Warum ich mich darüber freue ist ganz einfach. Als ich noch in den Kinderschuhen steckte, war ich von Eisenbahnen angetan und stolzer Besitzer einer großen Modelleisenbahn. Dass ich 30 Jahre später an 4 Eisenbahngesellschaften beteiligt sein werde, ist jetzt umso schöner. Somit kann ich meine Begeisterung weiter aufrecht erhalten und nebenbei mein Geld zur Arbeit bringen, um mehr davon zu generieren. Meine Armee von Euroscheinen geht hinaus auf die Strecke, um mehr Euros zu rekrutieren und sie dazu zu bringen, immer mehr Euros zu generieren. In ein paar Jahren kann ich dann mein Einkommen für mich selbst abschöpfen, da mein Portfolio mit der Zeit zu einer ständigen Dividendenmaschine wird.


Ein paar Gedanken zur NSC

Nachdem die Kansas City Southern Railway von der Canadian Pacific Railway übernommen wurde, ist die Norfolk Southern nun der kleinste US-Börsen gelistete Eisenbahnriese auf dem Markt. Die Marktkapitalisierung beträgt aktuell 57,5 Milliarden Dollar. Seit der Einführung der Eisenbahn im Jahr 1827 konnte sich die Norfolk Southern (NYSE: NSC) bis heute zu einem der führenden Transportunternehmen des Landes entwickeln. Mit über 19.300 Streckenmeilen in 22 Bundesstaaten und dem District of Columbia bedient man jeden großen Containerhafen im Osten der Vereinigten Staaten und bietet effiziente Verbindungen zu anderen Bahnunternehmen. Die Norfolk Southern ist ein wichtiger Transporteur von Industrieprodukten einschließlich Landwirtschaft, Wald- und Konsumgütern, Chemikalien sowie Metallen und Baumaterialien. Darüber hinaus betreibt die NSC das umfangreichste Netz im Osten der USA und ist ein Hauptträger von Kohle, Automobilen und Automobilteilen.


Die Hauptkonkurrenten von NSC sind die CSX Corp. (CSX), die Union Pacific (UNP) und Berkshires BNSF, die hauptsächlich im Westen operiert. Dank meiner Beteiligungen an Berkshires BNSF und Union Pacific, konnte ich den Westen sowie den Mittleren Teil Amerikas gut abdecken. Aber ich konnte nicht akzeptieren, den Osten und Süden ausgelassen zu haben ☺️. Durch einen Kauf dieser Eisenbahngesellschaft würde ich in Zukunft gut 80 % der amerikanischen Eisenbahnstrecken abdecken.


Was mich an Railways begeistert ist das "einfache" Geschäft, schwere und sperrige Güter durchs Land zu transportieren. Wer an Eisenbahngesellschaften denkt, wird oft an die gute alte Kohle denken. Doch das Transportieren von Kohle ist mit der Zeit auf nur noch 12 % der Gesamteinnahmen (2012: 24 %) geschrumpft. Das bedeutet, dass NSC genau wie ihre Hauptkollegen kein großes Spiel mehr mit Kohle spielen können, so wie wir es aus dem 20. Jahrhundert oder den ersten Jahren des 21. Jahrhunderts kennen.


Grafik: Autor

Die Umsatz- und Margenentwicklung von Norfolk Southern

Bei der Betrachtung des Umsatzes sieht man die starken Wirtschaftseinbrüche aus den Jahren 2008, 2015 und 2020. Aus Investorensicht muss klar sein, dass das Gütergeschäft ein zyklisches Geschäft ist und es immer wieder zu Einbrüchen kommen kann. Es ist ein Industrie-/Verbraucherspiel. Höheres industrielles Wachstum und die Verbrauchernachfrage führen automatisch zu höheren Frachteinnahmen. Fällt das industrielle Wachstum flacher aus, so sinken die Frachteinnahmen.

Quelle: Aktienfinder.net

Auch wenn es in den letzten 10 Jahren ein industrielles Wachstum gegeben hat, so ist der Umsatz von Norfolk Southern nur um bescheidene 0,75 % gewachsen. Betrachtet man die Branchen Automotiv, Chemical, Forst und Consumer, so sind die Umsätze nicht besonders gewachsen. Doch was macht die Norfolk Southern trotzdem besonders?

Es ist der Fokus auf das intermodale Geschäft. Es generiert etwa 28 % des Umsatzes. Durch diesen Fokus ist die Norfolk Southern das zweitgrößte intermodale Eisenbahnunternehmen hinter Buffetts eigener BNSF.


Einer der Faktoren, die mich dazu gebracht haben in Eisenbahnen zu investieren, ist die Tatsache, dass sie einen enormen freien Cashflow generieren. Dies war in den frühen Jahren dieses Jahrhunderts (und davor) anders, da die Kapitalinvestitionen für den Strecken- und Tunnel-/Brückenbau hoch waren. Die Kapitalinvestitionen sind heute zwar auch noch hoch, aber dank der hohen Margen-Generierung sieht das Verhältnis zur Vergangenheit gering aus. Ein hoher freier Cashflow ist für Aktionäre ein Segen, da dieses Geld für Dividenden, Rückkäufe und Schuldenabbau ausgeben werden kann.


Die Dividendenentwicklung der letzten Jahre

Das Bestehen der Norfolk Southern ist noch jung. Zum 1. Juni 1982 wurden die Norfolk and Western Railway und die Southern Railway unter der Holdinggesellschaft Norfolk Southern Corporation vereinigt. Zum 31. Dezember 1990 fusionierten die beiden Gesellschaften dann zur neuen Norfolk Southern Railway. Diese Verstrickungen machen die Suche nach den ersten Dividendenzahlungen schwierig, aber laut meiner Recherche floss die erste Zahlung im Jahr 1972.

Quelle: Aktienfinder.net

In den letzten 10 bzw. 5 Jahren betrugen die Dividendensteigerungen im Durchschnitt 10 % bzw. 17 %. Beim Einkauf meiner Dividenden ist mir der historische 10 Jahres-Korridor wichtig, da dies für mich ein erster Anhaltspunkt ist, ob ich ein Unternehmen historisch betrachtet zu akzeptablen Dividenden kaufen kann. Bei meinem Kauf der Norfolk Southern lag die Dividendenrendite bei 1,98 %, was im Rückspiegel betrachtet einen guten Kaufzeitpunkt darstellt. Bei einer Hochrechnung mit 10 % jährlicher Dividendensteigerung würde mir die heutige Investition im Jahr 2038 eine jährliche Dividendenrendite von 10 % einbringen. Dies mag für einige Investoren zwar unrealistisch erscheinen, aber über die Dividendensteigerungen von 150 % in den letzten 10 Jahren wurde sich nie beschwert.


Quelle: Seekingalpha.com

Einen letzten Bezug auf die Dividende schenke ich den Dividenden-Scores die zeigen, dass das Unternehmen eines der besten und sichersten Dividendenzahler seiner Branche ist. Laut der Scorecard von Seeking Alpha schneidet das Unternehmen (im Vergleich zum kompletten Industriesektor) in Bezug auf Sicherheit, Wachstum und Konsistenz ausgezeichnet ab.


Aktienrückkäufe

Quelle:Aktienfinder.net

Ein Faktor, der neben der Dividende nicht außer Acht gelassen werden soll und den Aktionären zu Gute kommt, sind die Aktienrückkäufe. In den letzten 10 Jahren hat die NSC eine von vier ausstehenden Aktien zurückgekauft. In den letzten 5 Jahren waren es immerhin noch 17 %.


Bewertungskennzahlen (KGV der letzen 10 Jahre)

Das bereinigte KGV (P/E Ratio) beträgt beim heutigen Kurs (250 USD) 19 und liegt damit fast auf dem Durchschnitt der letzten Jahre (17,68). Nachdem der letzte Ausverkauf in diesem Jahr die Aktien von Norfolk Southern etwa 23 % vom letztem Allzeithoch gespült hat, ist die Bewertung in großen Zügen zurückgekommen. Nur der letzte steile Ausverkauf während der Pandemie 2020 war schlimmer. Obwohl es für Investoren schwer ist, einen Tiefpunkt auszumachen und die Bewertung billiger geworden ist, heißt das nicht, dass sie billig sind. Trotzdem bin ich zufrieden mit meinem ersten Kauf.


Entwicklung des fairen Wertes von Norfolk Southern

Dieser Chart, den ich aus dem Aktienfinder.net erhalten habe, zeigt, dass der aktuelle Kurs der Norfolk Southern (schwarze Linie) immer wieder vom bereinigten Wert davonläuft und wieder zurückkommt. Zudem sieht man auch schön, dass sich der bereinigte Fair Value (orange Linie) bis auf wenige wirtschaftliche Aussetzer kontinuierlich nach oben schraubt. Nach dem Pandemietief im Jahr 2020 setzten die Papiere einen Höhenflug von 145 % an, was einen Kauf für mich regelrecht ausschloss. Doch nun lag der Kurs nach dem Rückgang wieder auf dem Fair Value Bereich (orange Linie), was mich hoffen lässt, die Norfolk Southern zu einem angemessenen Preis erworben zu haben.


Für langfristige Investoren könnte hier alles nach Plan laufen. Das Unternehmen meldete am 27. Juli fantastische Gewinne, die die Fähigkeiten des Unternehmens bestätigen, in schwierigen Zeiten von Lieferkettenproblemen und hoher Inflation gut abzuschneiden. Betriebsergebnis, Nettogewinn und der freie Cashflow erreichten alle Rekordhöhen.

Der in Atlanta ansässige Eisenbahnbetreiber meldete zudem einen Umsatzanstieg von 16 % gegenüber dem Vorjahr!


Einziger Wermutstropfen des Unternehmens bleiben die Personalherausforderungen. Man hat erhebliche Ausgaben für die Ausbildung von Lokführern und Instandhaltern. Insgesamt stiegen die Betriebskosten auf 2 Milliarden Dollar, was ein Anstieg von 21 % gegenüber dem Vorjahr ist.


Am Ende möchte ich den Prognosen der Analysten meine Aufmerksamkeit schenken, da sie weiterhin vorsichtig optimistisch bleiben. Sollte das Nachfrageumfeld bis Ende 2022 weiterhin so stark bleiben, könnte sich die Möglichkeit bieten, dass sich Volumen und Umsatz erweitern. Somit könnten Aktionäre auch weiterhin am Wachstum teilhaben. Sollte das Wachstum bis zum Ende des Jahres 2025 weiterhin so stetig steigen, hätte meine Investition in die Norfolk Southern ein Potential von gut 33 %. Dies würde einer jährlichen Rendite von 8,7 % entsprechen.


Mein Nachkauf

In den vergangenen Jahren wurden Investoren bei NSC mit saftigen Dividendenerhöhungen belohnt und dies wird möglicherweise auch nicht die letzte Erhöhung sein. Durch die Aufnahme dieser Position ist mein Depot mit 30 Titeln wieder komplett. Ich habe die Schwäche als Kaufmöglichkeit genutzt um eine erste Tranche einzugehen. Sollten sich die Erwartungen an das Wirtschaftswachstum verlangsamen, wäre dies auch in Ordnung. Im Moment beträgt die Dividendenrendite der Aktie 1,95 %. Sollten die Renditen über 2 % kommen, wären weitere größere Investitionen sehr schön.


Aus diesem Grund habe ich mir 10 Aktien zu einem Kurs von 240,70 € ins Depot gekauft. Inklusive Gebühren komme ich auf eine Investitionssumme von 2.420 €.


Durch die Neuaufnahme liegt der Depotanteil bei 1,3 %. Die erwarteten Dividenden für das Jahr 2023 belaufen sich auf 47 €.


Weitere Aktienkäufe sind in diesem Monat August nicht geplant.


LG Falk






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